III. Studie: Mittelstand wirkt stabilisierend in der Krise

Die Leistungen sind Legende: Auch wenn es selten in der Form wahrgenommen wird, der deutsche Mittelstand ist der größte Steuerzahler, der größte Arbeitgeber und der fleißigste Ausbilder. Über betriebs- und volkswirtschaftliche Größen als Rückgrat der Wirtschaft hinaus kommt noch ein zentraler gesellschaftlicher Beitrag hinzu.

In Krisenzeiten - wie aktuell auch in der Coronakrise - wirken mittelständische Unternehmen stabilisierend auf die Gesellschaft und die Wirtschaft. „Der Erhalt von Arbeitsplätzen stellt beispielsweise für große Teile des Mittelstands ein wichtiges Anliegen dar“, erklärt Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung, IfM. „Ob es ihnen allerdings in dieser Krise ebenso wie in der Finanzkrise 2008/2009 gelingt, Entlassungen trotz wirtschaftlicher Nachteile zu vermeiden, bleibt noch offen. Die Werte, die der Mittelstand vermittelt - Verbindlichkeit und Verlässlichkeit - sind auf jeden Fall wichtige Werte, weil sie in Krisenzeiten die Unsicherheit aller Marktteilnehmer verringern."

Das IfM-Projektteam legt den Begriff des gesellschaftlichen Beitrags weit aus: Es versteht ihn als Zusatznutzen der wirtschaftlichen Tätigkeit generell. „Der Umfang des gesellschaftlichen Beitrags hängt über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen hinaus auch beispielsweise von der persönlichen Zielsetzung der Unternehmerperson ab“, erklärt Prof. Welter. „Legt diese beispielsweise Wert auf personelle und kulturelle Vielfalt, kann dies auch andere Lebensbereiche der Belegschaft beeinflussen und zu einer größeren Akzeptanz von Diversität in der Gesellschaft führen.“

Gleichwohl sieht sie auch die Gefahr, dass wichtige Teile des gesellschaftlichen Beitrags wegfallen, sollten auf Dauer einzelne Formen des Mittelstands nicht überleben und somit die Vielfalt des mittelständischen Wirtschaftsgeschehens insgesamt nicht mehr gegeben sein.

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