III. SOEP-Corona-Studie: Nicht alle Erwerbstätige sind gleich

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) untersucht in einer neuen repräsentativen SOEP-Studie, wie die Corona-Pandemie den Alltag verändert. Demnach schätzen fast alle Befragten die gesamtwirtschaftliche Lage als schlecht ein, beurteilen jedoch ihre eigene wirtschaftliche Situation positiv.

Trotz des wegen der Corona-Pandemie drohenden wirtschaftlichen Abschwungs bewerten die Beschäftigten in Deutschland die eigene wirtschaftliche Situation derzeit als positiv. Das gilt insbesondere für die höher Gebildeten. Das ist das zentrale Ergebnis einer ersten Analyse, die auf Basis der Daten der SOEP-Corona-Studie (SOEP-CoV) veröffentlicht wurde. „SOEP“ steht für Sozio-oekonomisches Panel, für diese Langzeitstudie werden vom DIW mehr als 12.000 Menschen regelmäßig befragt.

Weiterhin zeigt die Studie: Rund 20 Prozent der Erwerbstätigen aus 2019 haben schon jetzt Einkommenseinbußen erlitten. Davon berichten Menschen mit einem geringen Einkommen und damit geringeren finanziellen Spielräumen genauso häufig wie besser Verdienende. Etwa 35 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Homeoffice und können sich so vor Ansteckungen schützen, darunter vor allem Menschen mit höheren Einkommen und besserer Bildung. Von Kurzarbeit sind derzeit 17 Prozent der Erwerbstätigen betroffen, vor allem weniger gebildete. „Schon jetzt zeichnet sich also ab, dass Menschen mit höherem Einkommen und besserer Bildung die Krise leichter bewältigen werden als andere“, sagt SOEP-Direktor Stefan Liebig, Co-Leiter der Studie. Vor dem Corona-Virus sind also nicht alle Erwerbstätigen gleich.

Zurück

Copyright 2020. osterchrist druck und medien GmbH.