II. Kosmos Internet: Eine Minute in der Datenflut

Hat es jemals ein Leben ohne Touchscreen gegeben? Gab es mal Zeiten, als eine E-Mail eher eine Besonderheit war? Natürlich - aber irgendwie sind die Erinnerungen daran verblasst. Zu Recht, denn das, was aus dem Netz minütlich auf uns zurollt, fordert unsere ganze Aufmerksamkeit.

Wird eine E-Mail nicht gleich beantwortet, wird der Absender oft schnell nervös. Bewusst oder unbewusst - wenn der Empfänger nicht spätestens in 24 Stunden antwortet, liegt die Vermutung nahe, dass bestimmt etwas passiert ist. Vielleicht ist die Mail im Spam-Ordner gelandet, der Angeschriebene ist krank oder die Mails werden nicht auf das Handy oder ins Home-Office weitergeleitet.

Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Jede Minute werden aktuell 190 Millionen E-Mails verschickt. Nebenbei registriert Google 4,1 Millionen Suchanfragen und 1,3 Millionen Menschen loggen sich in dieser Zeit noch bei Facebook ein. Außerdem gehen in 60 Sekunden 59 Millionen Nachrichten bei WhatsApp sowie 19 Millionen iMessages raus, 194.000 Leute tweeten bei Twitter und fast 700.000 Scrollen bei Instagram. YouTube verbucht minütlich 4,7 Millionen YouTube-Zuschauer, 1,6 Millionen Mal wird im gleichen Zeitraum Tinder geswiped. Hinzu kommen noch Online-Shopping, App-Downloads und Snaps. Und das Ganze mit deutlichen Wachstumszahlen. Netflix hat beispielsweise die Sehminuten - in Stunden gerechnet - in nur zwei Jahren auf 764.000 Stunden verdoppelt.

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