III. Studie: Personalisierung im Internet mit Künstlicher Intelligenz

Ganz gleich, ob wir im Internet einen Restauranttipp suchen, Gesundheitsinformationen recherchieren oder die Nachrichten-Feeds in sozialen Medien durchscrollen: Algorithmen bestimmen auf Basis von persönlichen Informationen, die sie über uns sammeln, welche Informationen wir sehen.

Eine repräsentative Online-Umfrage des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der University of Bristol zeigt, dass den Deutschen mehrheitlich durchaus bewusst ist, dass Künstliche Intelligenz im Internet eingesetzt wird. Sie akzeptieren auch Personalisierungen, wenn es um Shopping, Unterhaltung oder Suchmaschinenergebnisse geht. Doch zeigt die Umfrage deutlich, dass Nutzer gegen Personalisierungen von Nachrichten oder politischer Werbung im Internet sind. Obwohl die Bedenken der Deutschen hinsichtlich des Datenschutzes hoch sind und sie in der Mehrheit die Verwendung ihrer persönlichen Daten für inakzeptabel halten, finden viele Befragte die Personalisierung bestimmter Dienste in Ordnung. Gleichzeitig kennen und nutzen nur wenige die Privatsphäre-Maßnahmen.

© Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, CC BY-SA 4.0

 

„Hier zeigt sich eine Diskrepanz in der Einstellung. Einerseits akzeptiert die Mehrheit maßgeschneiderte Unterhaltungsangebote, Suchergebnisse und Werbeanzeigen. Andererseits aber lehnt sie das derzeitige Sammeln von Daten ab, die eine solche Personalisierung ermöglicht“, sagt Stefan Herzog, Leiter des Forschungsschwerpunktes „Stärkung von Entscheidungskompetenzen“ („Boosting“) des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.

Eine Diskrepanz wird auch deutlich, wenn man die deutschen Internetnutzer nach ihrer Einstellung und ihrem Verhalten zum Datenschutz befragt. Zwar gaben 82 Prozent aller Befragten an, dass sie hinsichtlich des Datenschutzes sehr oder ein wenig besorgt sind. Jedoch ist der Anteil derer, die etwas unternehmen, um ihre Privatsphäre online zu schützen, im Vergleich klein. Lediglich 37 Prozent nutzen dafür die Privatsphäre-Einstellungen auf Online-Plattformen. Und 20 Prozent gaben an, dass sie sich nicht mit Datenschutz-Einstellungen beschäftigt haben beziehungsweise keine Datenschutz-Werkzeuge nutzen.

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