II. IAB: Deutschland im demografischen Dilemma

Wackelige Lieferketten rund um den Globus und Inflation sind nicht das Ende der Fahnenstange. Es fehlen überall Mitarbeiter.

Am Nürnberger Airport werden Verbindungen gestrichen, Hotels lehnen Buchungen ab. Die Personalnot quer durch alle Branchen nimmt weiter zu. Bundesweit fehlen an deutschen Flughäfen über 7.000 Luft- und Bodenbeschäftigte. Ohne mehr Handwerker gerade für den erwünschten Wohnungsbau oder die Energiewende mit Photovoltaikanlagen, Windrädern und Wärmepumpen sind alle Pläne Makulatur.

Derzeit rücken die geburtenstarken Jahrgänge immer stärker Richtung Ruhestand. Bei den Nürnberger Gesprächen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurde jüngst noch einmal deutlich, dass viele Gegenmaßnahmen gefragt sind.

Zentral ist eine jährliche Zuwanderung von 400.000 bis 500.000 Arbeitskräften, auch wenn Osteuropa mittlerweile als weitgehend abgegrast gilt. Fraglich ist auch, wie lange sich die Gesellschaft alljährlich 50.000 Jugendliche ohne Schulabschluss leisten will. Für gezielte Zuwanderung sind entbürokratisierte Prozesse und eine leichtere Anerkennung von Qualifikationen wichtig. Außerdem müssten sich Unternehmen stärker um Angebote für Frauen, Ältere und Behinderte kümmern.

 

Zurück

Copyright 2022. osterchrist druck und medien GmbH.