II. Große Wissenskluft bei Algorithmen und Künstliche Intelligenz

Automatisierte Entscheidungen bestimmen die Inhalte auf Social-Media Plattformen. Sie entscheiden auch ganz Alltägliches.

Algorithmen sind in der digitalen Welt eindeutige Handlungsvorschriften zum Lösen einer vorab definierten Aufgabe – ähnlich wie bei Kochrezepten. Sie können zum Beispiel eine Software zur Textverarbeitung oder auch zur Verteilung von Kitaplätzen anleiten. Sie entscheiden aber auch zunehmend über Job-Bewerber, über die Zinshöhe bei Ratenkrediten oder legen die Prämien bei Versicherungen fest. Künstliche Intelligenz (KI) basiert auf Algorithmen und meint Computersysteme, die aus der Verarbeitung von Daten lernen und Menschen dabei unterstützen, automatisiert Aufgaben zu lösen. Das hilft manchmal, bessere Entscheidungen zu treffen. Sie analysieren auch Schadensmeldungen bei Versicherungen, um potenzielle Betrüger herauszufiltern.

 

„Algorithmen und KI verändern unser Leben. Ob ihr Einsatz die Gesellschaft chancengerechter macht oder bestehende Ungleichheit und Diskriminierung verstärkt, entscheiden wir Menschen. Dafür sind Grundkenntnisse in der gesamten Bevölkerung zentral. Die wachsende Wissenskluft in Deutschland ist deshalb ein echtes Alarmsignal“, sagt Ralph Müller-Eiselt von der Bertelsmann Stiftung.

Insgesamt hat die Bekanntheit des Begriffs Algorithmus in den vergangenen vier Jahren zugenommen – von 72 auf 81 Prozent. Ebenso gewachsen ist nach Selbsteinschätzung der Befragten ihr ungefähres Wissen über Algorithmen. Auch die Anwendungsgebiete von Algorithmen und KI werden geläufiger. Am bekanntesten sind die individuelle Auswahl von Werbung und Nachrichten, die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum, die Rechtschreibkontrolle in der Textverarbeitung sowie Kontaktvorschläge auf Online-Partnerbörsen.

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