III. Studie: Fakt oder Fake News

Mit dem russischen Krieg in der Ukraine erreichen Desinformation und Fake News einen neuen Höhepunkt.

Angesichts verbotener unabhängiger Medien in Russland und fehlende Kriegsberichterstatter in der Ukraine blühen insbesondere in Internet und Social-Media-Kanälen die Fake News. Falschmeldungen haben dabei unterschiedliche Tendenzen. Sie wollen beispielsweise den russischen Angriffskrieg verharmlosen, das ukrainische Militär als aggressiv darstellen oder auch die russisch-ukrainische Geschichte verzerren.

Eine neue „Qualität“ der irreführenden Informationen im Ukraine-Krieg ist die Dimension. Beteiligt sind nicht nur russische Staatsmedien und angebliche Forschungshomepages, sondern laut der auf Propaganda-Websites spezialisierten US-Firma NewsGuard mehr als 100 Websites. Gearbeitet wird mit manipulierten Fotos und Videos, die sich schnell teilen lassen, während ein penibler Faktencheck noch läuft. Dafür werden etwa die digitalen Metadaten analysiert.

Die wachsende Flut bewusst verbreiteter Falschmeldungen will häufig Angst und Verunsicherung schüren oder das Vertrauen in die Politik erschüttern. Das ist jetzt in Kriegszeiten so, das gibt es in Zusammenhang mit Corona, es ist aber auch bei Brexit und Trump-Wahl nachgewiesen.

Das Bundesforschungsministerium sieht in Fake News eine zunehmende Gefahr für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb fördert das Ministerium zehn Forschungsvorhaben zum Erkennen, Verstehen und Bekämpfen von Desinformation. Sie sollen Methoden und Technologien entwickeln, um die massenhafte Verbreitung von Desinformationen besser zu verstehen und ihr potenziell entgegenwirken zu können.

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