II. Fachkräftemangel steigt seit Jahren branchenübergreifend an

Fehlende Fachkräfte belasten nicht nur die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Über alle Berufe hinweg fehlen derzeit fast 540.000 Fachkräfte.

Der wachsende Fachkräftemangel lähmt die deutsche Wirtschaft. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert die Lücke über alle Berufe hinweg auf fast 540.000 Fachkräfte – mit steigender Tendenz. Besonders groß sind die Lücken in der Sozialarbeit, der Erziehung, der Pflege, der IT und dem Handwerk. Im Handwerk fehlten im vergangenen Jahr insgesamt 87.000 Fachkräfte – besonders stark betroffen sind hier die Bereiche der Bauelektrik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie die Kraftfahrzeugtechnik. Das spiegelt sich alles in alltäglichen Erfahrungen wider, wenn man noch schnell eine Solaranlage fürs Dach oder eine Wärmepumpe installieren möchte. Selbst in der Gastronomie werden Öffnungszeiten wegen zu wenig – oftmals angelernten - Kräften reduziert.

Das ist nicht nur für Betrieb oder Kunde ärgerlich. Volkswirtschaftlich betrachtet geht es richtig ins Geld. Berechnungen zufolge kostet der Fachkräftemangel der Gesellschaft 86 Milliarden Euro.

Weil die geburtenstarken Jahrgänge bald in den Ruhestand gehen, beziffern Experten den Bedarf an jährlicher Zuwanderung auf rund 500.000 Arbeitskräfte. Dafür wäre auch eine vereinfachte und entbürokratisierte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse nötig. Auch mehr Frauen in Arbeit sowie Jobs für behinderte Menschen, Ältere oder Langzeitarbeitslose könnten den Personalmangel lindern.

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