II. Energiefresser Internet

Die Digitalisierung gilt zwar als Schlüssel auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und weitgehender Klimaneutralität. Tatsächlich ist aber auch das Internet eine erstaunliche CO2-Schleuder. Zumal Schätzungen davon ausgehen, dass 80 Prozent des Internetverkehrs auf das energiefressende Streamen entfällt.

Das papierlose Büro gilt oft als Zielbild für eine ressourcenschonende Organisation. Tatsächlich beziffert die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die jährlichen Treibhausgas-Emissionen in Deutschland durch die Digitalisierung auf rund 34 Mio. Tonnen CO2e (CO2-Äquivalente) im Jahr 2020. Dies entspricht rein rechnerisch einem Anteil an den gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen von gut 4 Prozent. Darin enthalten sind Emissionen aus der IKT-Nutzung aber auch die Äquivalente, die bei der Herstellung der Endgeräte und der digitalen Infrastruktur anfallen. Zum Vergleich: Für das Corona-Jahr 2020 schätzt das Umweltbundesamt beispielsweise die Emissionen aller deutschen Gebäude auf 120 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten.

Im Internet beziffert eine Daumenregel den Stromverbrauch für eine einzige Suchanfrage bei Google mit rund 0,3 Wattstunden. Mit zehn Anfragen wird so viel Strom verbraucht, wie eine energiesparende LED-Lampe mit 60 Watt-Leistung für eine Stunde benötigt. Der Energieverbrauch durch die gut 2,4 Millionen Suchanfragen, die pro Sekunde weltweit allein bei Google eingehen, entspricht somit gut 720 Kilowatt-Stunden (kWh). Das entspricht grob einem Drittel des jährlichen Stromverbrauchs eines deutschen Ein-Personen-Haushalts.

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