II. Documenta 15: Ein Kulturtrip nach Kassel lohnt sich

Der Wohlstandsmüll des Westens gehört nicht nach Afrika, so der Tenor des ostafrikanischen Werkes „Return to Sender“.

Noch bis zum 25. September laden Werke, Workshops, Gespräche und vieles mehr an 32 Ausstellungsorte zur documenta 15 ein.

Wer eine Führung zum Hineinschnuppern in die documenta 15 mitmacht, bekommt als erstes einen kleinen Sprachkurs. Der Kunstvermittler heißt hier Sobat. Im Indonesischen bedeutet Sobat Freund oder Gefährte. Noch wichtiger ist das Wort Lumbung, indonesisch für Reisscheune. In ländlichen Gemeinschaften des Inselstaates wird die überschüssige Ernte in gemeinschaftlich genutzten Reisscheunen gelagert und dann zum Wohle der Gemeinschaft nach gemeinsam definierten Kriterien verteilt. Dieses Prinzip des Gemeinschaftlichen und Interdisziplinären umfasst auch die Praxis der Kunstschau-Macher.

Zu den Highlights gehört die Arbeit „Return to Sender“ (Zurück an Absender) des ostafrikanischen „The Nest Collective“. Auf der Wiese vor der Orangerie sehen sie aus der Ferne wie graue Würfel und bunte Würfel aus. Doch es ist zusammengepresster Elektroschrott und verschnürte Altkleiderbündel. Den Wohlstandsmüll, der etwa in Afrika landet, haben die Künstler als Skulpturen zurückgebracht. Per Video berichten sie über wirtschaftliche und menschliche Schäden, die diese Alltagspraxis in ihrer Heimat anrichtet.

 

Imposant sind auch die geschwärzten Säulen des altehrwürdigen Fridericianums. Der rumänische Künstler und Journalist Dan Perjovschi hat auf ihnen Symbolen, Zeichen oder Sinnsprüchen mit Kreide angebracht. So wirken die Säulen wie eine gute, alte Schultafel. Jeder Säule hat er thematisch eine Überschrift, wie Unabhängigkeit, Großzügigkeit oder Diversität.

Dan Perjovschi´s Säulen sind ein echter Hingucker.

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