II. BlackBoxOpen: Virtuelle Meetings sind kein Selbstläufer

Teams, Zoom, Go-to-meeting, Jitsi oder Jeans. Corona hat uns mit einer Vielzahl von Videotools überflutet. Allerding erledigen in virtuellen Meetings fast zwei Drittel der jungen Teilnehmer nebenbei andere Dinge. Das berichtet die Nürnberger Beratung BlackBoxOpen.

Virtuelle Meetings sind in Pandemie-Zeiten ein Segen. So lässt sich die Arbeit betriebsintern und extern weiterbetreiben. Allerdings ist der digitale Draht kein Garant für Effizienz. „Rund ein Drittel macht etwas anderes“, weiß Colin Roth, Chef der Nürnberger Beratung BlackBoxOpen. Er nimmt in der Vortragsreihe des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft - Nordbayern (BVMW) die Tücken virtueller Meetings – virtuell – unter die Lupe. Demnach werden nebenbei Mails abgearbeitet oder andere Dinge erledigt. Besonders abgelenkt sind Meeting-Teilnehmer im Alter von 18 bis 34 Jahren: 61 Prozent seien nur bedingt aufmerksam. Ab dem Alter von 55 Jahren sinkt der Ablenkungswert auf 27 Prozent.

Außerdem spricht Roth von einem Milliardenschaden bei Meetings per Video & Co. Diese Berechnung folgt dem US-amerikanischen Meeting-Papst Steven Rogelberg. Der hatte schon 2013 die Kosten durch verspätete und wartende Teilnehmer anhand von Lohn- und Raumkosten hochgerechnet.

 

Selbst pünktliche Meetings gibt es nicht umsonst. Bei einem Jahresgehalt von 50.000 Euro je Teilnehmer kostet ein Meeting mit sieben Personen schon 168 Euro pro Stunde. Da sind Raum- und Technikkosten noch gar nicht eingerechnet.
Virtuelle Meetings sind zwar deutlich bequemer: Roth rät daher unter anderem dazu, vorher immer Grund und Sinn genau zu überprüfen und die Meetingdauer genau einzuhalten. Grundsätzlich gilt: Je länger Zeit in und Anzahl an Meetings wird, desto geringer werden Arbeitszufriedenheit und persönliches Wohlbefinden. Das führt zur subjektiven Erschöpfung, fasst Roth die Meeting-Forschung zusammen.

Zurück

Copyright 2021. osterchrist druck und medien GmbH.